15 September, 2026· Article by Maria Jones

Eine Werbeagentur, die eine Kampagne erfolgreich im Heimatmarkt gestartet hatte, musste feststellen, dass dieselbe Botschaft in einem neuen Land kaum Resonanz fand. Der Claim war korrekt übersetzt, aber die kulturelle Wirkung ging verloren, ein Problem, das erfahrene Kreativteams inzwischen früh im Prozess abfangen.
Ein Slogan, der im Deutschen witzig wirkt, kann in einer anderen Sprache flach oder sogar unpassend klingen. Agenturen, die international arbeiten, lassen übersetzte Kampagnentexte deshalb grundsätzlich von einem Muttersprachler gegenprüfen, bevor sie freigegeben werden.
Sobald ein Kunde aus dem Ausland einen Vertrag unterschreibt, muss dieser oft in beglaubigter Form vorliegen. Eine Agentur, die regelmäßig internationale Kunden betreut, arbeitet dafür mit einem Anbieter für beglaubigte Übersetzung zusammen, um Verträge ohne Verzögerung rechtssicher zu machen.
Bei einem Pitch für einen Kunden mit Sitz in Berlin arbeitete das Team mit einem Übersetzungsbüro in Berlin zusammen, das kurzfristig verfügbar war, als der Kunde am Vorabend der Präsentation noch Änderungen an der Kampagne wünschte.
Ein wachsender Teil der Neukunden stammt aus Dänemark, einem Markt, der auf direkte, unaufgeregte Kommunikation Wert legt. Nach der Zusammenarbeit mit einem Anbieter für dänische Übersetzung stellte das Team fest, dass Kampagnen, die im deutschsprachigen Raum emotional aufgeladen wirkten, in Dänemark deutlich nüchterner formuliert werden mussten.
Ein Team, das eine humorvolle Kampagne für den deutschen Markt entwickelt hatte, wollte dieselbe Idee eins zu eins für einen dänischen Kunden übernehmen. Erst der Hinweis eines Muttersprachlers verhinderte, dass eine Pointe veröffentlicht wurde, die im Dänischen missverständlich gewirkt hätte.
Dieser Vorfall führte dazu, dass die Agentur seither keine internationale Kampagne mehr ohne eine zusätzliche kulturelle Prüfung freigibt, selbst wenn die Übersetzung an sich bereits als korrekt gilt.
Die effizientesten Teams planen die sprachliche Prüfung nicht als letzten Schritt vor der Veröffentlichung, sondern bereits während der Konzeptphase. Ein Kreativdirektor beschrieb, dass sein Team mittlerweile bei jedem internationalen Briefing direkt fragt, welche Märkte betroffen sind, um frühzeitig zu klären, ob ein Wortspiel oder eine kulturelle Anspielung überhaupt übertragbar ist.
Diese frühe Klärung spart später wertvolle Zeit, weil eine Idee, die sich nicht übersetzen lässt, lieber vor der Produktion verworfen wird als erst kurz vor dem Launch.
Kunden bemerken selten, wie viel Arbeit in eine sauber lokalisierte Kampagne fließt, aber sie bemerken sofort, wenn etwas schiefgeht. Ein Fehltritt in einem neuen Markt kann nicht nur die aktuelle Kampagne beschädigen, sondern auch das Vertrauen des Kunden in die Fähigkeit der Agentur, internationale Projekte zu betreuen.
Agenturen, die diesen Prozess konsequent einhalten, berichten, dass Kunden gerade deshalb länger bei ihnen bleiben, weil sie sich auf eine verlässliche Qualität verlassen können, unabhängig davon, in welchem Land die nächste Kampagne startet.
Nicht jede Agentur hat die Ressourcen für ein festes Team von Muttersprachlern in jeder Zielsprache. Kleinere Büros können jedoch mit einem einfachen Schritt beginnen: jede internationale Kampagne von mindestens einer externen Person aus dem Zielmarkt gegenlesen lassen, bevor sie live geht.
Erfolgreiche Teams legen fest, welche Kampagnenelemente immer von einem Muttersprachler geprüft werden müssen, bevor sie live gehen, unabhängig davon, wie klein die Änderung erscheint. Diese Regel verhindert, dass eine sprachliche Kleinigkeit erst nach der Veröffentlichung auffällt.






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